Im Tal an der Wupper gibt es seit dem 12.Jhdt. Getreide-/Öl-/Walk-Mühlen und ab dem 18.Jahrhundert auch die Eisenverarbeitung. Zu Beginn des 19.Jhdts. reihten sich die Hammerwerke entlang des Tals: „Wo die Wellen noch rauschen, der Amboß erklingt…“ (Berg.Heimatlied)
1806 bis 1813 verfügt Napoleon eine Kontinentalsperre ggü. Großbritannien, die insbesondere den überregionalen Handel mit Wolle und ihre Verarbeitung traf. Der damit einhergehende wirtschaftliche Einbruch zwingt die Textilfabrikanten in Lennep zu einem temporären Umzug nach Eupen (Belgien). Dort können Sie die aus England kommende schnell voranschreitende technische Entwicklung studieren. In Frankreich (Lyon/Paris) wird 1805 der Jaquardt-Webstuhl erfunden. Währenddessen gingen Firmen im Zuge der Kontinentalsperre in Konkurs. 1809 musste die Sensenfabrik der „Buschhämmer“ in Dahlerau mit ihren qualitativ hochwertigen Produkten schliessen. Mit dem Ende der Kontinentalsperre konnten ab 1814 die Standorte der stillgelegten Hammerwerke aufgekauft und für die Textilproduktion ausgebaut werden. Das Ende der napoleonischen Ära im Jahr 1815 (Waterloo) läutet dann endgültig die Industrialisierung im Tal an der Wupper ein.
Auf dem Gelände der ehemaligen Buschhämmer wird von der Fabrikantenfamilie Johann Wülfing über mehrere Generationen die Textilfabrik Johann Wülfing & Sohn errichtet und ständig erweitert. In wenigen Jahren entstehen drei großen Textilfabriken im Tal der Wupper :
- 1815-1974 Hardt Pocorny & Co in Dahlhausen (vorher dort Fa.Bauendahl)
- 1815-1991/92 Peter Schürmann&Schröder in Vogelsmühle(Firmengründung 1810)
- 1816-1996 Johann Wülfing & Sohn in Dahlerau
Wie funktionierte die Textilherstellung in den Fabriken ? Ein Besuch des Wülfingmuseum lohnt sich. Es gibt viel zu entdecken.