Die Wülfingstr. wird im Talbereich dominiert von 1866 erbauten Ziegelhäusern, die als Werks-/Arbeiterwohnungen angelegt wurden. Nur das Fachwerkhaus Nr.9 aus der Zeit von 1840-1853 ist als älteres Gebäude erhalten.
Heute mögen die Wohnverhältnisse mit einer Wohnungsgröße von 40m² mit 3 Zimmern (Wohnküche, 2 Stuben) sehr bescheiden anmuten. Für das 19.Jahrhundert war dies reinster Luxus. In Wuppertaler Arbeiterhäusern gab es durchschnittlich nur 3m² / Bewohner. Dort sprach man neidisch von den Bewohnern der Wupperorte : „Die Lütt im Herrenhus“. Die kamen nämlich auf durchschnittlich etwa 9m² / Bewohner. Um häufiger Ratten- und Mäuseplagen Herr zu werden ein Auszug der Hausordnung in Facharbeiterhäusern der 1850-60er Jahre : „Jeder Arbeiter, der zur Vertilgung von Ratten und Mäusen sich eine tüchtige Katze hält, erhält dafür 1 Thaler.“
Eine Besonderheit ist der markante Backsteinbau auf dem Obergraben, das Meisterhaus der Firma Wülfing aus dem Jahr 1890. In diesem Haus waren ein prakt. Arzt (zugleich Werksarzt bei Wülfing), eine Poststelle (lange mit dem einzigen öffentlichen Telefon im Tal) und ein Warengeschäft (Konsum) untergebracht. In einer Lausbubengeschichte gibt man folgende Erkenntnis gerne schmunzelnd weiter : „Es ist besser am Meisterhaus vorbeizugehen als drunter her zu schwimmen.“ (Früher hatte das Haus noch keinen Kanalanschluss).
Bauflächen im Tal der Wupper waren kostbar. So wurde auch der Direktoren-Garten für die darauf gesetzten Sheddach-Fabrikhallen geopfert.