Die Wupperorte waren zur Zeit der Textilfabriken ein eigener kleiner Kosmos. Bei sechs Arbeitstagen von über 10 Std. und kaum vorhandener Mobilität waren die Arbeiterfamilien darauf angewiesen, dass der tägliche Bedarf vom Einzelhandel, Handwerkern und anderen Geschäftsbetrieben vor Ort abgedeckt wurde.
Das gesellschaftliche Leben spielte sich in Kirchen und Vereinen aller Art ab. In der Region hatten die hiesigen Chöre einen hervorragenden Ruf. Vom Sportverein über den Briefmarkenverein bis zum Taubenzüchterverein gab es alle Möglichkeiten, die wenige freie Zeit auszufüllen. Viel Zeit verbrachten die Wupperaner aber auch in ihren Gärten an den Hanglagen der Wupper. Hier wurde für den Eigenbedarf „frisch aus dem Garten“ vorgesorgt. Denn die Löhne waren zwar im Verhältnis zu anderen Orten im Bergischen gut, aber Notzeiten gab es fast immer und man kommt so besser über den harten Winter. Diese konnten eisig und lausig kalt sein. Die Wupper fror zu – man konnte darauf seinen Winterspass haben. Wichtig waren auch die Kohlehändler, um die zugigen Backsteinhäuser der Arbeiter einigermassen warm zu bekommen. Die Wupperaner hielten auch in schwierigen Zeiten zusammen. Man kannte sich und man half sich.
Heute sind diese Zeiten Geschichte und man kennt kaum noch die nächsten Nachbarn. Das Bürgerzentrum im Siedlungsweg ist eine gute Anlaufstelle, um in Zeiten einer Überall-und-Jederzeit-Sofort-Information durch einfachen analogen zwischenmenschlichen Kontakt das soziale Miteinander zu verbessern – auch wenn das frühere Dorfleben weiterhin „die gute alte Zeit“ bleiben wird.