Bahnhof Dahlhausen

Für Eisenbahnfreunde ist dieser Bahnhof durch die Vereine Wupperschiene und Wuppertrail heute eine zentrale Anlaufstelle.

Erste Pläne für eine Eisenbahnlinie von Lennep über Krebsöge nach Wuppertal lagen bereits 1844 vor. Die seit dem Ende der napoleonischen Ära 1815 an der Wupper prosperierenden Textilfirmen benötigten für Material- und Warentransport schnelle und moderne Transportmöglichkeiten. Diese Aufgabe konnte bis dahin nur mit Pferdekutschen und Wagen durch das Grünental und das Schnellental bewältigt werden. Der erste Abschnitt einer Landstrasse (L414) von Radevormwald nach Dahlhausen wurde erst 1928 fertiggestellt. Lange verzögerten hohe Finanzierungskosten den Bau einer Eisenbahnlinie, deren Gesamtaufwand von 2.890.000 (Reichs-)Mark nur unter Kostenbeteiligung der Textilfabriken zu stemmen war. So konnte erst 1885 mit dem Bau des ersten Streckenabschnitts Lennep-Krebsöge-Dahlerau begonnen werden.

Die Hardtstr. erinnert an den Familiennamen der Textilfabrikanten Hardt, deren Ahnen in der Weberstadt Lennep zu vermögenden Kaufleuten wurden und zum Beginn der Industriealisierung in Deutschland die hier brachliegenden Hammerwerke aufkauften. Die Wasserkraft kam fortan in der Textilproduktion zum Einsatz. Der namhafte Architekt und Baumeister Albert Schmidt aus Lennep zeichnete für eine moderne Fabrikarchitektur aus Backstein. Man konnte bereits auf Erkenntisse der industriellen Entwicklung in England zurückgreifen. Die Fabrikanten liessen sich im 19.Jhdt. zwischen Lennep und ihren Fabriken im Tal der Wupper per Kutsche fahren, da sie in Lennep ihren Hauptwohnsitz hatten.

An der Grünentaler Str. gab es 1854 noch einen Schlagbaum, an dem Zoll für den Weg nach Lennep erhoben wurde. Dies erinnert auch daran, dass die Wupper lange ein Grenzgebiet zwischen der Grafschaft Berg (ab 1380 Herzogtum Berg) und der Grafschaft Mark war.