Geschäfte

Wer heute durch die Wupperorte geht oder (meistens) fährt, wird kaum erahnen, dass die Häuser der oberen Keilbeck, der Keilbecker Str. und der Kirchstr. von den Schaufenstern der Einzelhandelsgeschäfte geprägt waren.

Im 19.Jahrhundert mussten die vielen Facharbeiter der großen Textilfabriken noch sechs Tage für 10-12 Stunden arbeiten. Bis in die Mitte des 20.Jahrhunderts war kaum jemand im Besitz eines Autos oder auch nur eines Motorrads. Die Versorgung der arbeitenden Bevölkerung wurde vollständig vor Ort sichergestellt. Vom sprichwörtlichen Tante-Emma-Laden, über Schuster, Friseur und Malermeister bis hin zu einer ansehnlichen Zahl an Gaststätten war alles vorhanden, was jeder Einzelne und die ganze Familie im Alltag brauchten. Vieles was täglich auf den Tisch kam, wuchs auch in den Obst- und Gemüsegärten an den Hanglagen der Wupper.

Erst nach dem 2.Weltkrieg setzte mit dem deutschen Wirtschaftswunder auch hier eine Mobilisierung ein, die ab den 1960ern zu größerer Unabhängigkeit führte. Die Einkaufszentren der umliegenden größeren Städte Remscheid und Wuppertal ermöglichten größere Einkäufe und führten zu einem langsamen, aber stetigen Rückgang des Einzelhandels in den Wupperorten. Diese veränderten sich von einem reinen Standort der Textilfabrikation zu einem liebenswertem naturnahem Wohnraum mit dem historischem Ambiente einer Industriekultur, die bis in die Anfänge des 18.Jahrhunderts und darüber hinaus zurückweist.